Stimmungsvoller Jedermannlauf – Siege für Wutti und Gruber

Eva Wutti ist die strahlende Siegerin des Jedermannlauf – Salzburg_10K. Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 34:11 Minuten gelang der 37-jährigen Kärntnerin, die für den Salzburger Verein Club RunAustria antritt, eine deutliche Verbesserung des Salzburger Landesrekords von Cornelia Stöckl-Moser (35:15 Minuten). Schnellster Läufer war der Tiroler Michael Hechenblaikner in 31:30 Minuten. Salzburgs Lauf-Urgestein Sabine Hofer verbesserte den ÖLV-Masters-Rekord in der Klasse W65. Die Tennengauerin Marie-Theres Gruber gewann den Jedermannlauf 5K und war dabei schneller als Männer-Sieger Moritz Kistner.

Der Jedermannlauf 2026 war ganz in Frauen-Hand. Nicht nur die sportlichen Höhepunkte des Tages lieferten die Läuferinnen. Erstmals in der Veranstaltungsgeschichte waren mehr weibliche Laufbegeisterte als männliche für die Bewerbe angemeldet. Veranstalter Markus Langer betont: „Das ist ein Novum bei unseren Veranstaltungen, über das wir uns sehr freuen. Laufen liegt bei jungen Frauen besonders im Trend und der Jedermannlauf ist eine wunderbare Bühne dafür, die Freude am Sport, den Ehrgeiz und die motivierende Gemeinschaft zu verbinden.“

Grandiose Stimmung

Alle Teilnehmer genossen einen wunderbaren Lauftag im Volksgarten und auf der Strecke entlang der Salzach bei strahlendem Sonnenschein und perfekten Lauftemperaturen. Viele Zuschauer feuerten die Läufer an diesem schönen Herbsttag in Salzburg entlang der Strecke und im Start- und Zielbereich lautstark an.

Die positive Gesamtstimmung hob auch Langer hervor, der allen Finishern zu ihren Leistungen gratulierte: „Es ist ein wunderschönes Gefühl, so viele glückliche Gesichter im Ziel begrüßen zu können – und das bei so perfektem Herbstwetter. Es war ein wunderbarer Lauftag mit großartiger Stimmung – auch, weil viele Zuschauer an die Strecke gekommen sind.“

© Jedermannlauf / Alexander Schwarz

Marathon-Siegerin nun auch Jedermannlauf-Siegerin

Eva Wutti (Club RunAustria) hat bereits zweimal den PUMA Salzburg Marathon gewonnen, nun ist sie erstmals auch Siegerin beim traditionsreichen Salzburger Stadtlauf. Die von Trainer Johannes Langer betreute Athletin lief heute Morgen nach 34:11 Minuten als erste Läuferin ins Jedermannlauf-Ziel im Volksgarten und freute sich nicht nur über eine persönliche Bestleistung, sondern auch über die Verbesserung des Salzburger Landesrekords von Cornelia Stöckl-Moser (35:15 Minuten).
Die Pinzgauerin hatte den bisherigen Salzburger Landesrekord als Siegerin beim 10km-Lauf im Rahmen des Salzburger Frauenlauf 2018 auf einer vergleichbaren Strecke mit Start und Ziel im Volksgarten aufgestellt. Für den heutigen Jedermannlauf musste die 32-Jährige kurzfristig krankheitsbedingt passen.

© Jedermannlauf / Alexander Schwarz

Zweiter Sieg binnen sieben Tagen

„Ich bin super zufrieden mit meiner heutigen Leistung. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich über zehn Kilometer so schnell sein würde, weil ich mich in den letzten Jahren ja hauptsächlich auf den Marathon fokussiert habe“, freute sich Wutti. Die Marathon-EM-Teilnehmerin von Birmingham sei die schnellen Schritte bei einem 10km-Straßenlauf gar nicht mehr so gewohnt: „Daher war es zum Schluss tatsächlich eine Herausforderung, den Schritt technisch sauber zu halten.“

Die Kärntnerin hat erst vor einer Woche den Halbmarathon im Rahmen des Wörthersee Marathon gewonnen. Dass es zurzeit so gut bei ihr läuft, führt sie auf die kontinuierliche Arbeit im Training zurück. „Ich war seit einem Jahr nie verletzt oder krank und es gibt auch keine Prüfungszeit mehr, die meinen Zeitplan beeinträchtigen könnte. Das zeigt mir, dass man dank dieser Kontinuität auch mit weniger Laufkilometer als zu meiner Profizeit Bestleistungen laufen kann.“

Der Sieg beim Jedermannlauf verleiht Wutti Rückenwind für ihr nächstes Ziel, den New York City Marathon in vier Wochen. „In New York sollen das Erlebnis und die Erfahrung im Vordergrund stehen“, sagte sie, gab aber auch zu: „Einen so tollen Marathon wie jenen in New York zu genießen, fällt natürlich leichter, wenn die Form stimmt.“

© Jedermannlauf / Alexander Schwarz

Zweiter Platz für Strausa

Agata Strausas nächstes Ziel ist ebenfalls einer der US-Marathon-Giganten. Die Salzburgerin bestreitet bereits nächsten Sonntag den Chicago Marathon, der Jedermannlauf war ein guter letzter Test für die 36-Jährige. Dieser gelang der für Lettland startenden Athletin mit Platz zwei in 35:20 Minuten nach Wunsch: „Ich bin sehr zufrieden. Es herrschte eine so schöne Stimmung am Start, dass ich sehr motiviert losgelaufen bin. Daher war es zum Schluss ein bisschen härter, aber ich bin zufrieden, wie ich mich durchgekämpft habe.“

Bereits im letzten Jahr lief Strausa auf Platz zwei ins Ziel des Jedermannlauf, damals hinter Annika Leineweber. Die Athletin der Union Salzburg nahm Mitte September für Lettland, die Heimat ihres Vaters, an den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Kopenhagen teil. In den letzten Tagen vor der Abreise in die USA stehe nun die Regeneration im Vordergrund, betonte sie.

Urlaub mit Laufhighlight in Salzburg

Einen feinen internationalen Touch schenkte Mel Aitken dem Jedermannlauf. Die 49-jährige Neuseeländerin schloss an ihre Teilnahme an den 100-km-Weltmeisterschaften in Spanien vor zwei Wochen einen Urlaub in Europa an, unter anderem besuchte sie die Mozartstadt. Diesen Aufenthalt nutzte sie für einen Start beim Jedermannlauf. „Ich habe das Rennen geliebt, wunderschön. Und es ist richtig gut gelaufen für mich“, freute sie sich über Platz drei in 37:14 Minuten. Die laufbegeisterte Polizistin stammt aus Dunedin im südlichsten Teil Neuseelands und hat bereits etliche Marathons in ihrem Heimatland und in Australien bestritten.

© Jedermannlauf / Alexander Schwarz

Sabine Hofer verbessert ÖLV-W65-Rekord

Eine starke Leistung lieferte Salzburgs Lauf-Urgestein Sabine Hofer ab, die in 40:03 Minuten ihren eigenen ÖLV-Masters-Rekord in der Altersklasse W65 verbesserte. „Ich bin heute sehr zufrieden, das war ein richtig gutes Rennen. Nachdem ich zuletzt wegen der Masters-Berglauf-EM überwiegend im Gelände trainiert habe, war ich selbst überrascht, wie gut es heute im Flachen geklappt hat“, freute sich die Lokalmatadorin.

Für die 65-Jährige ist der Jedermannlauf ein echtes Heimrennen. „Es ist meine Haus- und Hofstrecke, daher fühle ich mich beim Jedermannlauf immer sehr wohl. Es waren unglaublich viele Zuschauer auf der Strecke und haben meinen Namen gerufen, das war irrsinnig motivierend. Das wunderschöne Laufwetter hat natürlich auch beflügelt“, strahlte sie nach dem Rennen.

Tiroler Sieg bei den Männern

10km-Sieger bei den Männern wurde Michael Hechenblaikner in 31:30 Minuten. Der Tiroler hat bereits gestern in seiner Heimat einen 10km-Wettkampf bestritten. Trotz müder Beine ging er von Beginn an ein schnelles Tempo und lag allein an der Spitze. „Es war ein hartes Rennen, aber es ist ein cooler Event mit einer super Strecke. Salzburg ist eine schöne Stadt, ich komme immer gerne hierher.“
Die Jedermannlauf-Strecke kannte er aus dem Vorjahr, als er Achter wurde. Im Vergleich zu 2025 steigerte er sich um rund zwei Minuten. „Die zehn Kilometer sind meine Lieblingsdistanz“, verriet der vielseitige Läufer, der von kurzen Bahnrennen bis zur Ultradistanz von 50 Kilometern alles in seinem Repertoire hat. Christoph Stadler (Kremstal Running Collective) wurde in 31:57 Minuten Zweiter vor Nicolas Kellner (Limodor Runion Altenberg). Der in Salzburg wohnhafte britisch-französische Triathlet Étienne Tillon belegte in 32:16 Minuten Rang vier. Bester gebürtiger Salzburger war der Großarler Florian Ganitzer (LC Aufi und Owi Sport Wielandner) als Sechster in 32:44 Minuten. Der Salzburger Paralympics-Champion Günther Matzinger wurde in 33:24 Minuten Achter.

© Alexander Schwarz

Guter Schritt für Marie-Theres Gruber

Beim Jedermannlauf 5K feierte Marie-Theres Gruber (Union Salzburg LA) einen Favoritensieg. Die 24-jährige Tennengauerin befindet sich auf dem Weg zurück von einer Verletzungspause im Frühling. Den Erfolg heute ordnet sie als wichtigen Schritt auf ihrem Weg ein: „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung und ich bin sehr glücklich, dass ich auch unter hohen Belastungen wieder schmerzfrei bin. Die Tendenz stimmt bereits über viele Wochen im Training. Der Wettkampf heute war ein weiterer wichtiger Schritt.“

© Alexander Schwarz
© Alexander Schwarz

Die Läuferin aus St. Koloman absolvierte die ersten beiden Kilometer gemeinsam mit Männer-Sieger Moritz Kistner (TriTeam Hallein), ehe sie sich leicht absetzen konnte und im Alleingang als Erste das Ziel erreichte. In der Frauen-Wertung gelang mit einer Zeit von 17:13 Minuten ein klarer Wettkampfsieg vor der in Salzburg lebenden Stella Droese aus Deutschland (20:39) und ihrer Kollegin vom Leichtathletik Team Salzburg, Valentina Strasser (21:08). In den nächsten Wochen möchte sich Gruber gemeinsam mit ihrem neuen Trainer Jan May ganz auf das Training fokussieren und eine gute Hallensaison im Winter vorbereiten.

Erfolgreiches Doppel für Pölzgutter

Den Sieg in der Männer-Wertung des Jedermannlauf 5K holte sich Moritz Kistner (TriTeam Hallein) in 17:40 Minuten vor Michael Seyss-Inquart (ASV Salzburg, 17:46) und Felix Pölzgutter aus Elixhausen (17:46). Der 13-jährige Pölzgutter war nicht einmal eine Stunde zuvor der Schnellste beim Jedermannlauf – YouthChallenger_1,5K in 4:57 Minuten vor Henry Stiles aus Hof (5:19) und Felix Größwang aus Wals (5:21). Die Salzburgerin Valentina Kronberger gewann das U14-Rennen der Mädchen in 6:17 Minuten vor Sarah Kummer (6:35) und Laura Ward (6:38).

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